Mit dem Lomax kannst Du was erleben! Und diese Geschichte wollen wir haben!
Packt euren Anekdotenschatz aus und lasst uns mitlachen und mitträumen!
Literaturnobelpreis wird keiner vergeben, also kann sich jeder beteiligen.






  Datum: 2003-02-27 Schreiber: Friedhelm Lacina
Frühling

„Das kann doch nicht wahr sein. Stapel von Rechnungen, die Haftpflicht möchte Ihren Obolus, noch ein wenig Kfz-Steuer, und den Kühlschrank sollten wir auch langsam bezahlen. Was mache ich hier eigentlich, was soll der ganze Unsinn?

Wie immer, wen man in der Verfassung für eine Flasche Wodka oder die beste Freundin der Freundin ist, empfiehlt sich der Gang in die Garage.
Da steht er, der kleine Lomax. Ein bisschen staubig, ein bisschen platt um die Reifen, ein bisschen vernachlässigt. Beim Herausfummeln des Schlüssels aus dem abgegriffenen, einst schwarzen Lederetui, steigt die Nervosität.

Bremsdruck hat er, Strom weniger, aber dieser Lichtreflex auf dem Chromscheinwerfer, er ist noch da. Also schnell die Anlasserkurbel herausgeholt, Zündung an, noch einmal pumpen und dann mit Schmackes- und da ist es wieder, dieses verschlafene Brabbeln, dass nur einmal im Jahr so klingt.

Ab in die rotglühende Dämmerung. Raus auf die Landstraße. Der Motor klingt jetzt rund und kernig, und das Knarzen der Federtöpfe verschwindet wie der Muskelkater nach dem Kurbeln, nur schneller.

Zigarettenpause, irgendwo im Nirgendwo. Eine Amsel schmettert ein Lied, und es riecht nach Frühling, nach Abenteuer, nach Hoffnung, die ein Blick über eine leere Straße verursachen kann. Jetzt nehme ich auch noch die Lederkappe ab.

Scheint, als sei die Krümmerdichtung durchgebrannt, er humpelt leicht, der treue Motor. Wir werden es richten, denn was am Ende dieser Straße wartet, müssen wir auch noch herausfinden.“