Dieses Jahr dachten wir eigentlich, wir kommen mit 6 Personen zu Lomaxtreffen der Bopps.
Leider hat es wegen gesundheitlichen, termintechnischen und anderer Verpflichtungen die Personenzahl halbiert, so dass wir am Freitag nur zu dritt los fuhren. Wir, das waren der Walter Vogel mit seinem Lomax 224, Werner mit der Pick Up Ente und ich, natürlich auch mit dem Lomax.
Wir drei wohnen alle in Königsbrunn und haben uns bei Walter getroffen. Walter hatte seinen Lomax schon auf den Hänger geladen und diesen an sein WoMo angehängt. Es war zu entschuldigen, denn erstens war das Walters erste „größere“ Tour mit dem Lomax und außerdem hatte es immer wieder Regenschauer bis zu dem Zeitpunkt als wir los fuhren. Erst als wir unterwegs waren hat es durch geregnet…
Da Walter mit seinem Lomax noch nicht im Regen unterwegs war, machte er sich sichtlich Sorgen um mein wohlbefinden. Denn kaum hatten wir noch ungefähr 20 minütiger Fahrt die BAB erreicht wollte er schon anhalten und eine Kaffeepause machen damit ich mich aufwärmen kann. Das war, wie wir harten Lomaxler wissen, natürlich noch nicht nötig und so fuhren wir weiter. Teilweise war die Fahrt schon abenteuerlich, weil wir streckenweise tierisches Aquaplaning hatten. So schwammen wir also zu den Bopps und kamen da auch heil und relativ trocken knapp 2 Stunden später an. Die Begrüßung war herzlich und die Stimmung war trotz immer noch schlechtem Wetter sehr gut.
Einige waren natürlich schon da, wie z. B. Dörte und Friedhelm Lacina. Die beiden sind doch tatsächlich 700 km am Stück von Oldenburg nach Blaubeuren gefahren! Friedhelm hat seiner Dörte vom letzten Ubstadt-Weiher Treffen erzählt und da wollte Dörte sich das nächste Lomaxtreffen nicht entgehen lassen und so sind sie halt einfach mal die 700 km nach Schwaben gefahren! Respekt!!!
Nach und nach trafen die restlichen Lomax und Burtonfahrer ein. U.a. Erich und Passe. Passe konnte sich den Tag vor seinem 30ten Geburtstag abzwacken und auch auf das Lomaxtreffen kommen. Manfred Kemmerling kam trotz Regen auch ganz trocken an. Er hatte sich für seinen Burton ein unglaublich gutes Dach machen lassen. So kam nicht nur er trocken an, sogar das Getriebe war vollkommen trocken und auch der Motor lechzte nach mehr Feuchtigkeit. Aber dazu später mehr.
Es kamen also fast alle am Freitag an und nach einem ausgezeichneten Abendessen das die Rose gekocht hat, wurde schon langsam das Lagerfeuer angeschürt. Wir laberten bis etwa halb 12, bis sich ein Teil der Leute stillheimlich dünn machten. Wir hatten uns natürlich eine kleine Überraschung zu Passes 30ten Geburtstag einfallen lassen. Um punkt 0Uhr gab es nämlich speziell für Passe ein klitzekleines Bayerisches und ein bombastisches Schwäbisches Feuerwerk. Dazu gab es einen richtigen Geburtstagskuchen und ein Yes-Tortie mit 30 Geburtstagskerzen drauf, wo er sich mit dem Ausblasen aber etwas schwer tat, der Raucher.
Außerdem haben wir alle zusammengelegt und ihm ein 120 Liter Fassl Bier geschenkt das wir selbstverständlich alle zusammen austranken. Wenn hier jetzt irgendjemand irgendwas nicht glauben sollte, der kann sich ja dann die Bilder anschauen. Da ist alles dokumentiert!
Am nächsten Morgen stand ich natürlich wie immer frisch und munter auf der Matte. Was ja auch kein Wunder ist, da ich am Vorabend nicht der Letzte war der ins Bett kam. So hat man es mir wenigstens erzählt… :-)
Nach der Verabschiedung von Passe und Erich (die mussten ja noch Geburtstag feiern) und der Begrüßung von Doris (die kam für die Rallye extra aus Augsburg) konnten wie mit dem Hauptteil des Treffens beginnen. Das wird euch aber besser der Werner erzählen, weil der sich mit solchen Rallyes wesentlich besser auskennt wie ich. Also Werner, erzähl mal!
Gut, dann übernehme ich jetzt!
Wenn man mit einer Pickup-Ente eine Chance gegen die Lomaxls haben will, dann braucht man eine Geheimwaffe an Bord, und meine hieß Doris: aktive Handballerin und Schokoladenfanatikerin, was sich im Lauf der Rallye noch als sehr nützlich erweisen sollte.
Die Rallye begann diesmal mit einer ganz gemeinen Sicherheitskontrolle. Fahrzeugschein hatte ich ja noch dabei (wenn auch nicht von diesem Fahrzeug, was Thomas aber nicht gemerkt hat), aber ein Kondom??? Fehlanzeige. Die Arbeitshandschuhe wollte Thomas leider nicht als 5er-Set Kondome zum Abtrennen akzeptieren. Das gab für uns gleich am Start Null Punkte. Mani bekam einen Punkt, denn seine Beifahrerin hatte doch tatsächlich ein Kondom dabei (und ein anderer Teilnehmer hatte eins im Werkzeugkasten …).
Die Rallye führte uns als erstes zum Blautopf in Blaubeuren. Dort sollten wir uns im Bärenparadies einen Haifisch angeln. Ah ja, eine unserer leichtesten Übungen! Dummerweise hatten wir aber unsere Anglerausrüstung nicht eingepackt. Da standen wir am Blautopf, guckten ins Wasser und hielten nach Haifischen Ausschau, bis Doris gleich daneben einen Gummibärenladen entdeckte. Das war das gesuchte Bärenparadies, und der Haifisch war auch da, aus Gummi und wunderschön blau.
Gleich nach Blaubeuren gab es den ersten praktischen Test. Eine Quizfrage war zu lösen und ein Arbeitsblatt zu bearbeiten. Dann wurden mir die Augen verbunden und ich musste eine Schokolade probieren und erraten um welche Sorte es sich handelt. In dem Moment kam Doris angerannt und bestand darauf an meiner Stelle den Geschmackstest machen zu dürfen. Zum Glück, denn ich hatte nur erkannt, dass es sich um Milchschokolade mit grobem Sand drin handelte. Doris konnte aber auf Anhieb sagen, dass das Ritter-Sport Cornflakes-Crisp mit Joghurt war. Ich wusste nicht mal, dass es so eine Schokolade gibt.
Über Schelklingen ging die Fahrt dann weiter Richtung Zwiefalten. Zwischendrin wieder zwei praktische Prüfungen. Bei der ersten musste man die Höhe des eigenen Fahrzeugs schätzen und eine Schnur so einstellen lassen, dass man mit möglichst geringem Abstand drunter durchfahren konnte. Mani hat das problemlos geschafft. Kunststück, er hat ja schließlich einen Lomax. Da schätzt man einfach drei Handbreit über dem Erdboden und schon hat man die Gesamthöhe von Fahrzeug und Fahrer. Wir dagegen saßen in einer Ente. Unser höchster Punkt war die Hupe, die auf dem Dach montiert ist. Aussteigen und schauen durften wir nicht, also guckten wir nach oben auf die Hupe, dann noch vorn zum Seil, und hatten immer noch keine Ahnung. In unserer Verzweiflung ließen wir das Seil einfach bis zum Anschlag nach oben ziehen. Dabei machten wir glatt einen Rekord. Zwischen Hupe und Seil lagen 25 cm – so arg hat sich niemand anders verschätzt.
Die zweite praktische Prüfung war das Abschätzen der Fahrzeugbreite. Man musste (ohne das Auto zu verlassen!) zwei Kegel so aufstellen lassen, dass man mit dem Auto gerade noch durch passte. Ohne Tricks geht das natürlich nicht, und deswegen ließ Mani schnell seine Zündspule überhitzen, damit er aussteigen und reparieren konnte – und dabei fleißig auf die anderen Teilnehmer schielen und gucken wo die die Kegel aufstellen ließen, die Backe!
Wir tricksten viel dezenter. Doris hatte zufällig einen Meterstab in ihrem Handtäschchen und wir maßen heimlich den Innenraum von unserem Wagen aus. Damit sie auch noch auf der Beifahrerseite die Kotflügel abmessen konnte, verwickelte ich auf der Fahrerseite unseren Prüfer in ein ablenkendes Gespräch. Jetzt hatten wir die genaue Breite von unserer Ente. Dummerweise hat uns das aber nichts genutzt, denn der Prüfer weigerte sich unsere Zentimeterangabe einzustellen. Wir mussten also wirklich schätzen. Naja, war nicht ganz daneben. Wenigstens waren es diesmal weniger als 25 cm. Mani hatte inzwischen fertig ‚repariert’ (das mit der heißen Zündspule glaube ich NIE!), und löste die Aufgabe mit Bravour. Vom vielen Schielen auf die anderen Teilnehmer ist ihm übrigens ein leichter Silberblick geblieben …
Kurz vor Zwiefalten gab es dann eine besonders schwierige Aufgabe zu lösen. Wir mussten die Rehe in einem Wildgehege zählen. Die waren offenbar keine Zuschauer gewöhnt und reagierten auf unsere Anwesenheit eher hysterisch. Sie rannten wild durch ihr Gehege, versteckten sich, sprangen über Zäune, machten sich unsichtbar – kurz: sie waren absolut unzählbar. Von 5 bis 43 Rehe wurden alle möglichen Angaben gemacht, und so konnte diese Aufgabe nicht gewertet werden.
In Zwiefalten gab es dann eine besonders gemeine Frage von Thomas: wie viele Uhren hat der Kirchturm? Also die Kirche hat schon mal zwei Kirchtürme, und man muss sehr weit gehen, wenn man beide von allen Seiten sehen will. Die meisten haben da geschätzt, und sie lagen alle daneben. Man musste die Frage richtig lesen: wie viele Uhren, nicht wie viele Zifferblätter! Und Uhrwerke gab es pro Turm natürlich nur eines, das konnte man ganz bequem vom Eingang aus erkennen ohne auch nur einen Schritt tun zu müssen. Ich weiß nicht, ob das überhaupt jemand richtig gemacht hat.
Nach Zwiefalten ging es noch einmal den Berg hinauf, und dort oben war dann die letzte Aufgabe zu lösen: Schwungscheibenweitwurf. Da zahlt es sich doch aus, wenn man eine Handballerin als Beifahrerin hat …
Oben am Berg begegneten wir dann einem Schwarm Vespafahrer, die dort eine Ausfahrt unternahmen. Eigentlich hätte Drago da dabei sein sollen, aber wir haben ihn nicht gesehen.
Von dort oben fuhren wir im Konvoi hinunter, und versetzten unten die Touristen an der Ausflugsgaststätte in helles Erstaunen. Gerade fuhren die Vespas rauf, und jetzt kommen die Lomax runter. Wahrscheinlich haben da einige geglaubt, sie hätten unbemerkt einen Zeitsprung gemacht.
Im Konvoi ging es dann zurück zum Startpunkt. Die Rallye und die Ausfahrt hat einen Riesenspaß gemacht! Und was weiter passiert ist, das erzählt jetzt am besten wieder der Mani!
Okay, ich mach wieder weiter.
Während der Rallye ist das Getriebe von Manfreds Burton in Streik getreten. Es hat sich die Gangradmutter beim Rückwärtsfahren gelöst! Somit war das Getriebe nicht mehr zu schalten. Das ist natürlich schon ärgerlich, zumal das Getriebe erst in der Werkstatt war. Manfred hat sich die Laune aber nicht vermiesen lassen und ist kurzerhand in die von den Bopps zur Verfügung gestellte Ersatzente umgestiegen und hat die Rallye mitgemacht.
Als wir alle dann also wieder „daheim“ bei der Herberge waren, wurde mit einem Anhänger Manfreds Burton geborgen. Thomas Bopp, unser Getriebe-und-alles-was –mit-Ente-zu-tun-hat-Spezialist hat sich dann gleich übers Getriebe gebeugt um es zu reparieren. Was sogar uns aufgefallen ist war, dass das Getriebe ziemlich trocken war. Die Befürchtungen, dass das Getriebe heiß gelaufen wäre, bestätigten sich Gott sei Dank nicht. Und der Super-Thomas hat es tatsächlich fertig gebracht das Getriebe wieder zum Laufen zu bringen! Selbstverständlich wurde noch Getriebeöl organisiert und dem Getriebe intravenös zugeführt. Auch in den Motor haben wir noch einen ¾ Liter Öl gekippt. Manfred hat sich wund gefreut, dass Thomas das Getriebe reparieren konnte.
Lieber Manfred: Dass du jetzt mit dem neuen Dach trocken Burton fahren kannst bezieht sich fei nur auf Regen! Öle und Benzin braucht dein Burton schon noch! :-)
Bald danach wurde von Rose zum Essen gerufen. Die Rose hat selbst gekocht und ist damit absolut dafür verantwortlich dass ich wieder 150 Gramm zugenommen habe!!! Aber nicht nur ich konnte nicht aufhören, es war einfach zu köstlich!
Während der Verdauungsphase wurde von der Jury die Punkteauszählung beendet und es konnte zu Preisverleihung übergegangen werden.
Alle Platzierungen habe ich nicht mehr im Kopf. Melanie und ich haben den 8ten Platz belegt, wichtiger aber sind natürlich die ersten drei Plätze.
Platz Drei gingen an die Lisa-Marie und Franz Hook,
Platz Zwei belegten Tina und Christian Wode,
und den Ersten Platz erkämpften sich Doris Grobe und Werner Wallner!
Alle Gewinner haben sich über ihre Platzierungen unglaublich gefreut, was man auf den Bildern auch gut sehen kann. Ganz besonders jedoch hat sich die Lisa-Marie über ihren ersten Pokal gefreut! Schließlich hat doch Lisa-Maries ältere Schwester auch schon einen! Lisa-Marie hat den Pokal nicht mehr aus den Händen gegeben. Nur Franz Hook, als „Beifahrer“ durfte den Pokal in die Hand nehmen. Aber nur ganz kurz.
Jeder Teilnehmer hat übrigens wieder eine dieser superpraktischen Fettpressen bekommen. Friedhelm kannte es noch nicht und sagte: „Guck mal Dörte, das ist ja ein Schminkdöschen!“
Am Abend wurde wieder In/ und Outdoor gefeiert, denn ein Lagerfeuer durfte natürlich nicht fehlen.
Sonntag Früh, nach ausgiebigem Frühstück, begann auch schon der Aufbruch. Als eine der Ersten machten sich Dörte und Friedhelm Lacina auf den Weg. War ja auch kein Wunder, denn immerhin hatten sie noch gut 700 km Heimweg vor sich!
Nach und nach löste sich das 2te Threewheelertreffen auf der Alb auf und auch wir verabschiedeten uns von den Bopps.
Es war aba a scho wiederamoi ein wunderschönes Wochenende bei Rose, Melanie, Thomas und Alexander Bopp bei denen ich mich in Namen aller Teilnehmenden recht herzlich bedanken möchte! Herzlichen Dank auch an die vielen Helfer/ Sonderprüfer/ Fotografierer und alle sonstigen Helfer, die, obwohl sie uns Lomaxler ja nicht mal kennen, dieses schöne Treffen möglich gemacht haben!
Bei der 3ten Schwäbischen Threewheeler-Rallye sehen wir uns wieder! Spätestens!!
Servus
Manfred Schmid
und
Werner Wallner