Auf drei bzw. vier Rädern in "den Wald" gefahren.
Viertes Bayerwald-Lomax-Treffen am Wochenende - Allerhand Aktivitäten unternommen
Grafenwiesen. (hsf) Wer sich einen Lomax als fahrbaren Untersatz auserwählt hat, der fährt diesen mit Leidenschaft. Dies wurde beim 4. Bayerwald-Treffen dieser speziellen Autotypfreunde am letzten Wochenende in Grafenwiesen wieder deutlich. Man fährt aber auch bei Regen und dies ohne Wetterschutz, denn der Regen macht einem Lomaxler nicht viel aus. In einem Lomax finden zwei Personen Platz. Dieser hat zwei Zylinder und fährt auf drei bzw. vier Rädern und kostet kaum mehr als Omas Krankenfahrstuhl.
Das vierte Bayerwald-Treffen wurde von Peter Wieland und Ingrid Müller aus Frankfurt/Main wieder organisiert. Nachdem die beiden Partner schon weit über 30mal in der Pension von Franz und Carola Kolbeck in Grafenwiesen ihren Urlaub verbringen, wählte man wieder diese Pension als Treffpunkt. Insgesamt zwölf Lomax-Fahrer und ihre Begleitung trudelten aus den verschiedenen Himmelsrichtungen hier am Donnerstag ein. Man bleibt natürlich nicht den ganzen Tag in der Pension, sondern unternimmt auch Ausfahrten. Am Freitagvormittag war man auf Burg Falkenstein und am Nachmittag ließ man sich von Saalchef Reinhard Ploschka durch die Bad Kötztinger Spielbank führen. Am Samstag besuchte man zunächst die Glasschmiede auf dem Gibacht und fuhr anschließend zur Waldmünchener Messe und stellte hier die zwölf Lomax aus, während man sich durch die Stadt führen ließ. Danach fuhr man weiter zum Handwerks- und Bauernmuseum nach Rötz. Unterwegs waren von den Fahrtteilnehmern zur Konzentrationsförd
erung einige Aufgaben zu erfüllen.
Wir hatten dann auch Gelegenheit, etwas mehr über das Hobby der Lomaxler zu erfahren. Lomax ist ein Bausatzauto auf der Basis des Citroen 2 CV, besser bekannt als "Ente". Der Bausatz für Lomax-Autos kommt aus Großbritannien, ist aber nach wie vor auch in Deutschland erhältlich. Der Club hat eine Internetseite unter "www.lomax-club.de." eingerichtet, wo sich Interessierte über die jeweiligen Treffen und aktuelle Informationen kundig machen können. Für deren ständige Aktualisierung ist der Lomaxler Manfred Schmid verantwortlich. Die Clubmitglieder verteilen sich über die ganze Bundesrepublik. Es finden jährlich einige große Lomax-Treffen statt, wobei einige Mitglieder Anreisen bis zu 700 Kilometern in Kauf nehmen. Man treffe dann auf Gleichgesinnte und nach kürzester Zeit sind die Motorhauben geöffnet und dann würden die individuellen und innovativen Änderungen am Lomax, aber auch neue Gedankengänge hinsichtlich der Ausführungen bewundert. In Lomax-Kreisen wird man kaum keine
zwei identische Fahrzeuge vorfinden, denn jeder Lomaxler bringt in seine Bausatzgestaltung seine eigenen Ideen ein. Lomax-Autos müssen selbstverständlich vom TÜV abgenommen werden. Die meisten verwenden den Standardmotor mit 600 ccm und mit 28 PS. Lomax bedeutet: Low costs - Max performance (niedrige Kosten, maximale Leistung).
Grundvoraussetzung für einen Lomax ist, dass man über einen alten Citroen 2 CV verfügt, der "geschlachtet" wird. Auf den Unterbau der "Ente" werde dann die Karosserie aufgesetzt. Die Kosten für den Baussatz liegen pro Lomax bei rund 3.500 Euro.
Mitorganisatorin Ingrid Müller berichtete bei diesem Treffen auch, dass sich kürzlich vom Lomax-Club Deutschland drei Fahrer mit jeweils Beifahrer/in mit der Bezeichnung "Drei-Rad-Club" an einer Wohltätigkeits-Rallye mit verschiedenen Aufgabenstellungen nach Amman (Jordanien) beteiligt und unter 300 Teilnehmern den 4. Platz erreicht haben. Man durfte dazu aber nur normale Autos (keine Lomax) benutzen, die entweder über 20 Jahre alt waren oder deren Wert höchstens bei 2.000 Euro liegen durfte. Die benutzten Autos ließ man in Amman, wo diese versteigert und der Erlös wohltätigen Zwecken zugeführt werden. Mit dem Flugzeug flogen die sechs Rallyeteilnehmer zurück nach Deutschland.
BU 1: Die "Besatzungen" mehrerer Lomax-Autos stellten sich am Freitag auf dem Parkplatz bei der Bayerischen Spielbank zu einem Erinnerungsfoto. Anschließend wurde man durch das Spielcasino geführt. Foto: Hans Fischer